Kapuzenspinne

Kapuzenspinnen

Die Kapuzenspinnen schließen sich der Gruppe der Kieferklauen- und Spinnentiere an, von denen weltweit knapp 40 Arten vertreten sind. Aufgrund ihrer Seltenheit ist bisher leider nur wenig über sie bekannt. Allerdings werden auch in dieser Ordnung manchmal neue Arten entdeckt, die hauptsächlich im tropischen Regenwald von Afrika und Amerika beheimatet sind. Aufgrund ihres unverkennbaren Erscheinungsbildes lassen sie sich recht schnell von anderen Spinnenarten unterscheiden. Dabei zeichnen sie sich vor allem durch ihre kapuzenartige Fähigkeit aus, der sie auch ihren Namen zu verdanken haben.

Das Erscheinungsbild

Im Durchschnitt haben Kapuzenspinnen eine Körperlänge von 5 bis 10 mm zu verzeichnen, wodurch sie eher den kleineren Spinnenarten zugeordnet werden können. Ihr Erscheinungsbild ist meist recht unauffällig, so dass man sie in freier Natur nur selten zu Gesicht bekommt. Viele Arten verfügen über ein schwarzes oder bräunliches Farbenkleid, das meist sehr schlicht gestaltet ist und ihnen dadurch vor Feinden eine hervorragend Tarnung verschafft. Anders als viele andere Spinnengattungen haben sie keinerlei Behaarung an den Beinen oder am Körper vorzuweisen, die oftmals zum Aufspüren von Beute dienen. Auffallend ist hingegen ihr vorderes Laufbeinpaar, das sich in der Länge stark von den anderen Gliedmaßen abhebt. Dieses ist für die Kapuzenspinne lebensnotwendig, da sie blind ist und dieses Paar damit ihr wichtigstes Sinnesorgan darstellt.

Ihren Namen haben Kapuzenspinnen einer Besonderheit zu verdanken

Die Kapuzenspinnen zeichnen sich durch eine besondere Fähigkeit aus, die sie bei Bedarf ausüben können. Sie sind in der Lage eine leichtgewölbte Platte, die sich am Vorderkörper befindet und die man als Cucullus bezeichnet, nach vorne zu bewegen. Man kann hier von einer kapuzenartigen Funktion sprechen, die bei Bedarf die Chelizeren bedecken kann. Bei der Nahrungsaufnahme können sie diese Kapuze wieder zurück stülpen. Während des Kauvorganges bewegt sie sich allerdings im gleichen Ryhtmus hin und her.

Allen Sinnen voran gestellt ist ihr Tastsinn

Da Kapuzenspinnen über keinerlei Sehfähigkeit verfügen, fehlt ihnen ein entscheidendes und wichtiges Sinnesorgan, um sich vor Feinden zu schützen oder erfolgreich auf Beutefang zu gehen. Dies gleichen sie gekonnt durch ihr vorderes verlängertes Laufbeinpaar aus, mit dem sie sich voran tasten und so ihre Umgebung erkunden. Hiermit erspüren sie nicht nur Feinde, sondern können so auch Beutetiere gekonnt überwältigen. Bei einer Begegnung mit einem Feind, empfinden sie diesen als Bedrohung an und gleiten in einen kurzzeitigen Schockzustand, in dem ihnen jegliche Bewegungen verwehrt bleiben. Durch diese Überlebensfunktion machen sie sich für ihren Gegenüber als Beutetier uninteressant und werden in den meisten Fällen nicht weiter beachtet.

Eine Kapuzenspinne geht auf Beutefang

Wie auch andere Spinnenarten geht auch die die Kapuzenspinne als Jäger auf Beutefang. Nachdem sie ihr Opfer mithilfe ihres verlängerten Laufpaares erspäht haben, gehen sie in die Offensive. Sie zerren ihre Beute zwischen ihre Unterschenkel und zerkleinern diese anhand ihrer Chelizeren, die eine scherenartige Bauweise aufweisen und es ihnen ermöglichen ihre Beute auf diese Weise zu zerkleinern. In ihr Beuteschema passen bevorzugt kleine Gliederfüße wie Springschwänze.

Lebensraum

Kapuzenspinnen leben in tropischen Wäldern von Afrika und Amerika, bevorzugen dabei allerdings die Äquatorgegend. Hier halten sie sich am liebsten in morschen Holzverschlägen oder Ansammlungen von Blättern auf, da sie sich hier vor Fressfeinden in Sicherheit fühlen.