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Vogelspinnen

Vogelspinnen sind besondere Lebewesen, die eine faszinierende Wirkung auf den Menschen haben. Viele der 800 bisher entdeckten Arten weisen wunderschöne Zeichnungen auf, die in den verschiedensten Farbkombinationen vorkommen können. Dabei zeigen sie die unterschiedlichsten Größen auf, die abhängig vom Geschlecht und der Art sind. Meist sind Weibchen um ein Vielfaches größer als die Männchen, diese haben allerdings dafür in der Regel längere Beine.

So verschieden wie ihr Aussehen können auch die Charaktereigenschaften einer Vogelspinne sein. Eine Unterscheidung wird dabei vorwiegend auf die Aggressivität gelegt, die sich in unterschiedlichen Grade eingrenzen lässt. Dabei ist oft die Herkunft der Vogelspinne entscheidend, wie aggressiv sich das Tier zeigt. Vogelspinnen aus Afrika und Asien geben sich gerne extrem launisch und verfügen über aggressive Verhaltensmuster, die sie bei Gefahr unverzüglich zum Ausdruck bringen. Dabei setzen sie gerne eines ihrer Abwehrmechanismen ein, die sich je nach Art unterschiedlich äußern kann.

Die Vogelspinne aus Nord- und Südamerika wirkt weitaus ruhiger und ist nur im geringen Maße reizbar und aggressiv. Trotzdem setzen auch sie sich mit bestimmten Vorgehensweisen bei besonders starker Reizung zur Wehr. Dies geschieht allerdings weitaus seltener als bei den aggressiveren Gattungen. Abwehrmechanismen können sich in unterschiedlichen Verhaltensweisen äußern. Bei launischen Arten wird gerne der sogenannte Giftbiss angewandt, der bei Kleinstlebewesen zum Tode führt. Dieser ist für den Menschen im Normalfall vollkommen ungefährlich, allerdings kann dieser starke Schmerzen verursachen und es kann zu Reizungen sowie Schwellungen kommen.

Die Symptome sind dabei vergleichbar mit einem Wespenstich. Nur bei Kindern oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann es zu Komplikationen kommen. Diese können sich in Form von Fieber, Unwohlsein oder Schwindel zeigen. Manchmal kann es auch zu Infektionen kommen, wenn auf den Chelizeren Bakterien oder Keime nachweisbar sind. Diese können allerdings problemlos mit einem Antibiotikum behandelt werden, so dass solch ein Biss keinerlei ernsthafte Gefahr für den menschlichen Körper darstellt.

Weitaus unangenehmer können die typischen Abwehrmechanismen der amerikanischen Vogelspinne werden, die bei drohender Gefahr ihre sogenannten Brennhaare, die sich am Hinterleib der Spinne befinden, einsetzt. Trifft sie dabei die menschliche Haut, kann dies zu starkem Juckreiz und Reizungen führen, was einige Tage anhalten kann. Andere Arten schlagen Ihre Feinde mit dem Schlagen Ihrer Gliedmaßen in die Flucht, was für den Menschen eher eine geringe Gefahr darstellt, trotzdessen aber nicht zu unterschätzen ist. Nur eine geringe Zahl von Spinnen wendet das sogenannte Kotschießen an, wo die Vogelspinne Eindringlinge mit Ihrem Kot abwirft, so dass diese das Weite suchen.

Zwar zeigt jede Vogelspinne ihr individuelles Verhalten auf, doch dabei gliedert sie sich in ein bestimmtes Verhalten ein, das ihrer Art typisch ist. Gerade bei besonders aggressiven Gattungen sollte beim Halter besondere Vorsicht geboten sein. Deshalb sollte man sich anfangs für eine recht friedliche Vogelspinne entscheiden, die sich weniger angriffslustig zeigt und erst mit einem bestimmen Expertenwissen sollte man sich an aggressivere Vogelspinnen wagen. Typische Anfängerfehler liegen vor allem im falschen Deuten des Verhaltens der Vogelspinne, explizit, wenn diese kurz vor einer Häutung steht.

Bereits einige Wochen zuvor kann sich die Vogelspinne ruhiger geben und zieht sich gerne immer mehr zurück. Zudem frisst sie immer weniger und verweigert kurz vor der Häutung komplett die Nahrungsaufnahme. Meist denkt der Halter an dieser Stelle, dass die Vogelspinne krank sei und in tierärztliche Hände gehöre. In dieser Phase braucht sie besonders viel Ruhe und sollte möglichst nicht gestört werden. Deshalb sollten bereits vor diesem Prozess einige Vorkehrungen getroffen werden, um die Vogelspinne nicht während der eigentlichen Häutung zu stören.

Ganz besonders wichtig ist die Entnahme aller lebenden Futtertiere, da diese zu einer Gefahr für die Spinne werden können. Wenn man bemerkt, dass sich die Spinne beginnt zu häuten und auf den Rücken legt, darf sie keineswegs mehr gestört werden. Erst wenn der Prozess abgeschlossen ist, kann die abgestreifte Chitinhaut entnommen werden.